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Die 12. Ökofilmtour 2017 im Zeichen des Wandels

von Anne-Sophie Rebner
Themen Bildung Gesellschaft Kultur
23 März 2017

Die Berlinale hat im letzten Monat so einige Menschen in die Hauptstadt gelockt. Doch auch in Brandenburg spielt sich etwas ab auf den Leinwänden. Und das sogar schon seit Januar. Das längste Filmfestival Deutschlands, die Ökofilmtour Brandenburg, wird in über 60 Veranstaltungsorten im ganzen Bundesland ausgetragen.

Filme über ökologische Themen ins ländliche Brandenburg bringen, Diskussionen anregen, Austausch fördern und Aufmerksamkeit auf „die grüne Sicht der Dinge“ lenken. Und das von klein auf und in der lokalen Gemeinschaft. Das sind die Ziele der Ökofilmtour, die dieses Jahr zum zwölften Mal von Januar bis April ausgetragen wird.
Jedes Jahr seit 2006 senden Filmemacher aus Deutschland und weltweit Filme ein, über 160 waren es dieses Jahr. Eine Jury wählt rund 45 Filme und 15 Kurzfilme aus, über Klimawandel, lokale Landwirtschaft, soziale Initiativen, Wölfe in Brandenburg, die Schönheit der Natur. In beeindruckenden Aufnahmen werden die Themen gezeigt. Die Ökofilmtour fährt aber nicht nur Potsdam oder Cottbus an. Die Kinogäste kommen in Dorfgaststätten, vegetarischen Cafés, Burgscheunen und Gemeindezentren im ganzen Bundesland zusammen. Über 200 Mitveranstalter stellen ihre Räumlichkeiten für die Kinovorstellungen zur Verfügung, wählen selbst Filme aus und organisieren die Abende. Begleitend stellen sich Experten der verschiedenen Themen der Diskussion.

Ernst-Alfred Müller, Leiter des Ökofilmfestivals vom Förderverein für Öffentlichkeitsarbeit im Natur- und Umweltschutz FÖN e.V. meint, vor allem Kinder und Jugendliche seien begeistert von den Thematiken und zeigten großes Interesse. Die Ökofilmtour spricht mit Aufführungen in Schulen gezielt die jüngere Generation an.
Aber auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten und finden in den Gesprächspartnern oft Ansprechpartner für wichtige Diskussionen. Oft werden Problematiken gezeigt, die sie selbst konkret betreffen. Was passiert mit den Arbeitsplätzen in der Lausitz, wenn die Kohlekraftwerke schließen? Darf man Windkrafträder einfach in die Landschaft stellen, wenn die Bewohner der Gegenden dadurch wegen Lärm umziehen müssen?

Fünf verschiedene Preise sind auf die Filme ausgesetzt und werden durch die Jury in einer Preisverleihung am Ende des Festivals vergeben. Das Publikum wählt den bei ihnen beliebtesten Preis per Bewertungsskala, was die Filmemacher als Rückmeldung sehr schätzen.
Dabei spielen die Veranstaltungsräume eine große Rolle. Einige interessante Spielorte sind dabei, die schon an sich einen Besuch wert wären, wie das Theater am Rand, die Kulturgießerei Schöneiche oder der Kulturbahnhof Biesenthal.

Das Umfunktionieren der Veranstaltungsorte ist auch nötig, denn, wie die Organisatoren schreiben, soll die Ökofilmtour gerade an Orten stattfinden, „an denen schon lange keine Kinos mehr stehen“. Ein paar Kinos finden sich aber doch. Das Alte Kino in Letschin wurde beispielsweise nach längerem Leerstand 1994 renoviert, ein lokaler Verein betreibt und belebt die Dorfkultur. Solche Aufführungsorte bekommen durch das Filmfestival noch einmal eine eigene Aufmerksamkeit.

Übrigens: Auch wenn die Tour Ende April vorbei ist, bleibt der FÖN aktiv. Im Filmmuseum Potsdam lädt er einmal im Monat zum „Ökofilmgespräch“ ein, wo weitere Filme gezeigt und diskutiert werden. Am 23.3. läuft zum Beispiel der Dokumentarfilm „Bauer Unser – Billige Nahrung“ einschließlich Filmgespräch mit dem Regisseur, einem Agrar-Experten und zwei Vertretern aus der brandenburgischen Landwirtschaft.

Die Ökofilmtour gibt Einblick in viele wichtige Themen. Die Filme sind sorgfältig ausgewählt und für alle ist etwas dabei. Die Naturaufnahmen sprechen für sich. Das hat sich schon 12 Jahre lang bewährt und so wird die Tour auch nächstes Jahr wieder durch die Lande ziehen. Eine weitere Auswahl der Filme findet sich in unserem Veranstaltungskalender.

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