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Porträt

BBIW#30 // BioKräuterei Oberhavel Solawi

Landwirtschaft Lebensmittel und Ernährung SoLaWi

von Claudia Dube - 2 Mai 2018

Im Sommer 2017 war Brandenburg, ganz besonders die Region Oberhavel, von extremen Starkregenereignissen betroffen. Warum die SoLaWi in genau dieser Extremsituation die richtige Wirtschaftsform für die Biokräuterei war, könnt ihr hier sehen.

Die BioKräuterei Oberhavel existiert seit nunmehr 10 Jahren. Damals als Bildungsprojekt von dem Biologielehrer Mathias Anders initiiert, hat sich die Biokräuterei in der Region zu einem wichtigen Produzenten von ökologisch hochwertig produzierten Kräutern etabliert.

Von der Bildungsidee nie ganz abgerückt, wurde das Projekt als für Bildungsmaßnahmen geeignetes ‘Modell nachhaltigen Wirtschaftens’ von der deutschen UNESCO Kommission ausgezeichnet. Um das Konzept weiter voranzutreiben, wurde eine Genossenschaft gegründet und gemeinsam mit dem Wohnverbund Annagarten-Oranienburg, zugehörig zur Behindertenhilfe des evangelischen Johannesstift, sollen der regionale Anbau gefördert, Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen geschaffen werden. Insgesamt möchte man Vorbild für nachhaltiges Wirtschaften sein.

Vor drei Jahren dann startete die CSA. Auf der einen Seite bietet das Planungssicherheit für den Landwirt, da hier zusammen mit den Abnehmern ein Anbauplan erstellt wird und der monatliche Anteil der Abnehmer einen dauerhaften Geldfluss gewährt, der dazu beiträgt eine kontinuierliche Stabilität zu gewähren. Auf der anderen Seite bietet das Konzept auch Unabhängigkeit , da die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft stark von Umweltbedingungen abhängig sind und man gegebenenfalls nicht zu jedem Markttag exakt die gewünscht Leistung erbringen kann. Die CSA ermöglicht hier eine Flexibilität, die wiederum zu einer höheren Qualität und besseren Arbeitsbedingungen beiträgt.

Heike aus der Gärtnerei findet besonders motivierend für die gärtnerische Arbeit, dass sie die Anteiler in einem monatlichen Meeting kennenlernen kann. Das Gefühl, dass jemand hinter der Arbeit steht, die geleistet wird, macht für sie einen entscheidenden Punkt aus. So sei es auch im Sommer 2017 besonders schön gewesen, wie die CSA-Mitglieder die Gärtnerei nach den, besonders für die Region Oberhavel, verheerenden Starkregenereignissen unterstützt haben. Ein dreiviertel der Ernte sei zerstört gewesen. Aus Solidarität hätten die Mitglieder ihre Anteile trotzdem gezahlt.

Auch das Netzwerk solidarische Landwirtschaft hätte hier einen großen Beitrag geleistet. Die Möglichkeit über so ein Netzwerk in solchen Situationen Hilfe zu erhalten bietet auch wieder die in der Landwirtschaft häufig fehlende Sicherheit. Über einen deutschlandweiten Spendenaufruf war es möglich die Mitglieder der CSA trotz der Ereignisse zu beliefern. Landwirte, die zu viel hatten, haben ihre Ernte gespendet um der Biokräuterei Oberhavel über die schwere Zeit zu helfen.

Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels seien solche Netzwerke besonders unterstützenswert. In der Region rund um Berlin gibt es davon schon einige. Vielleicht hat ja der ein oder andere Bürostuhlartist Lust sich die Hände schmutzig zu machen und Teil einer solchen Wirtschaftsgemeinschaft zu werden. Die Gärtnereien freuen sich immer über helfende Hände.

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