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Wer Bäume pflanzt, der wurzelt

von Claudia Dube
Themen Permakultur Landwirtschaft Verantwortlicher Tourismus
16 November 2016

Vom 17.November- 19. November findet auf dem Permakulturhof Stein-Häger in Gerswalde in der Uckermark eine Baumpflanzaktion statt. Wir haben mal nachgehakt, warum hunderte Bäume ihren Platz auf dem alten Maisacker finden sollen.

Jeder sollte in seinem Leben einmal einen Baum gepflanzt haben. Manche pflanzen einen zur Geburt eines Kindes, andere folgen der Tradition einen Hausbaum zu pflanzen. Wer nun weder Kind, noch Haus zur Hand hat, darf natürlich auch Bäume pflanzen. Auf dem Permakulturhof Stein-Häger zum Beispiel. Vom 17. November bis zum 19. November wird ein übernutzter Maisacker zu einem fruchtbaren, vielfältigen Agroforst (wie zum Beispiel auf dem Ökohof Waldgarten) umgestaltet. Hierfür sollen in der dreitägigen Aktion hunderte Bäume gepflanzt werden. Wir haben mit Johanna Häger vom Hof über die Beweggründe und das Leben auf dem Land gesprochen.

BBIW: Hallo Johanna, warum veranstaltet ihr eine Baumpflanzaktion?

JH: Da geht es um viele Aspekte. Zum Einen wollen wir Agroforstsysteme sichtbar machen. Ich möchte zeigen, wie man qualitativ entwertete (durch jahrelange einseitige Nutzung , Anm. d. Red.) Böden, unter anderem durch Baumpflanzungen wieder aufbauen kann, um langfristige Erträge zu gewährleisten und die Vielfalt zu stärken. Zum anderen werden wir auf der Fläche einen Reisergarten anlegen.

BBIW: Was für ein Garten?

JH: Einen Reisergarten. Reiser sind Zweige von Obstbäumen, die man abschneidet, um Obstbäume zu vermehren. Bei diesem Projekt geht es um den Erhalt lokaler Obstsorten aus Gerswalde, die es nur hier gibt, davon haben wir tatsächlich einige gefunden, die wollen wir vermehren und dadurch erhalten.

BBIW: Mit wem veranstaltet ihr die Aktion?

JH: Zunächst sind da wir vom Stein-Häger-Hof, also mein Mann Christoph Steinberg und ich. Auf dem Acker, auf dem die Pflanzaktion stattfindet, fließen viele Projekte zusammen. Gemeinsam mit Robert Strauch haben wir den gemeinnützigen Verein zukunftsfähig e.V. gegründet. Diesen nutzen wir um nachhaltige Projekte zu realisieren. Eines der Projekte von zukunftsfähig e.V. ist „Apfel-Birne-Pflaume“, da geht es um ebendiesen Erhalt der alten Obstsorten aus Gerswalde. Ein anderes Projekt ist „Heu statt Diesel“. Dabei wollen wir den Erhalt des alten Fuhrmannshandwerks fördern, denn auch unser Acker wurde mit Hilfe unseres fleißigen Arbeitspferdes Bente vorbereit. Dann haben wir noch ein kleines Projekt namens „culture care“. Einmal im Monat gärtnern wir zusammen mit Nachbarn aus Afghanistan und Syrien, auch sie werden zu der Baumpflanzung eingeladen.

BBIW:Auf dem Hof und dem Hof von Robert Strauch in Kleinkrausnik finden desöfteren Permakultur Design Kurse statt. Was schätzt ihr besonders an solchen Aktionen?

JH: Der Stein-Häger Hof und der Hof von Robert Strauch in Kleinkrausnik sind Begegnungsorte und Orte des Lernens. Wir stellen unsere privaten Flächen für die Ziele von zukunftsfähig e. V. zur Verfügung. Das Feedback von Teilnehmenden ist, dass sie es toll finden, die Dinge praktisch mal ausprobiert und angewandt zu haben, als nur ein Buch über Permakultur zu lesen. Und es bringt Gruppen wunderbar zusammen. Gemeinsam etwas zu schaffen ist einfach ein sehr befriedigendes Erlebnis.

BBIW: Machen auch Gerswalder mit?

JH: Die Gemeinde ist uns gegenüber sehr offen. Wir wurden zum Beispiel beauftragt, die alten Obstbaumalleen zu pflegen. Man ist da sehr froh, dass wir da sind und das können. Gerade Obstbäume sind da ein dankbarer Türöffner. Jeder kann etwas mit einem Apfelbaum oder einem Apfelsaft anfangen. Das ist nicht so kompliziert wie „Permakultur“, „Agroforst“ oder „öko“. Die Verwendung solch spezieller Begriffe erzeugt eher Barrieren, als dass man die Idee effektiv transportieren kann. Ich bin eine junge Frau, ich komme aus der Stadt, was soll ich den Landwirten hier erzählen wie es geht? Lieber erst einmal machen und die Leute dann entscheiden lassen, ob sie es gut finden. Und gerade über diese Obstgeschichte bekommen wir gerade einen sehr guten Kontakt. Die Gerswalder haben daran großes Interesse.

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Wer nun große Lust bekommen hat, einen Haken auf der To-Do-Liste des Lebens zu setzen und dabei noch diverse Projekte zu unterstützen, ein schönes Aktivwochenende mit tollen Menschen zu erleben und den Stein-Häger-Hof in der schönen Uckermark kennenzulernen kann sich bei Johanna per Mail zur Baumpflanzaktion anmelden: info@permakultur-uckermark.de.

Wer Bäume pflanzt, der wurzelt. Und wer rastet, der rostet. Los geht es!

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