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Porträt

BBIW#19 // UniSolar Potsdam e.V.

Energie Bildung

von Claudia Dube - 28 Dezember 2016

Die Gruppe UniSolar der Uni Potsdam hat sich eine Photovoltaikanlage bauen lassen, aus deren Erträgen sie Bildungsveranstaltungen finanziert, die die Lehre der Uni um interdisziplinäre Themen der Nachhaltigkeit ergänzt. Seht und lest, warum das genau die bottom-up-Bewegung ist, die die Uni dringend braucht.

Energie Sans Souci - Energie ohne Sorgen – So heißt es auf der Website der Gruppe UniSolar. Warum man sich bei der Nutzung von Energie überhaupt Sorgen machen muss, darüber möchte die Initiative campusweit aufklären. Als sichtbares Praxisbeispiel wurde in 2010 eine Photovoltaikanlage am Campus Golm der Uni Potsdam installiert. Mit den Geldern aus dem Ertrag der Anlage werden Veranstaltungen finanziert, die die Studenten mit Themen in Auseinandersetzung bringen sollen, die einen kritischen Blickwinkel auf aktuelle Geschehnisse ermöglichen.

UniSolar hat sich 2008 als studentische Initiative gegründet, um Nachhaltigkeit an der Uni, sowohl bei Studenten als auch bei Mitarbeitern zu etablieren. Nur darüber reden hat den Mitgliedern der Gruppe aber nicht gereicht. Etwas Konkretes musste her, etwas das Nachhaltigkeit in die Praxis umsetzt und gleichzeitig für alle Studenten sichtbar ist. Zum einen war die Idee für die Solaranlage geboren, die u.a. mit finanzieller Unterstützung des Asta der Uni Potsdam als Kreditgeber in 2010 realisiert wurde, zum anderen hat die Gruppe eine alte Telefonzelle am Campus aufgestellt. Dort können Mitglieder der Uni nicht mehr Gebrauchtes loswerden und andere sich dessen habhaft machen – Zellteilung, halt. So bringt man Nachhaltigkeit nicht nur ganz praktisch auf den Campus, sondern hat auch auffällige Anziehungspunkte geschaffen, die die Mitglieder der Uni recht schnell in Kontakt mit der Idee und damit auch der Gruppe dahinter bringen. Sichtbarkeit ist für das Fortbestehen von UniSolar unerlässlich, denn Studenten kommen und gehen. Die Idee soll aber weiter gedacht werden, damit die Uni Potsdam von unten nach oben grüner wird.

Von unten nach oben deswegen, weil es von oben nach unten recht schwergängig ist. So hat man mit den allgegenwärtigen bürokratischen Hürden auch bei UniSolar zu kämpfen. Aktuell ist es etwas kompliziert die Genehmigung für Obstbaumpflanzungen auf dem Campus zu bekommen. Nun ja, so lange das Genehmigungsverfahren eben dauert, konzentriert man sich also wieder auf das Tagesgeschäft. Denn aus den Erträgen, die die Solaranlage abwirft, werden nicht nur Kredite getilgt, sondern auch Bildungveranstaltungen finanziert. So wurde in 2012 das Projekt Studium oecologicum begonnen. Was zunächst als selbstorganisierte Vorlesungsreihe gestartet war, ist im Rahmen des interdisziplinären Studiumplus der Uni Potsdam mittlerweile sogar akkreditiert. Andere Projekte waren zum Beispiel auch die Ausstattung der Hochschulgebäude mit Energiesparaufklebern, der Aufbau einer kleinen „Umweltbibliothek“ als alternative Quelle für kritische Literatur und der Aufbau einer Kleidertauschbörse.

Die Gruppe UniSolar stellt ein positives Praxisbeispiel einer bottom up-Bewegung dar. Dass die Uni Potsdam, als größte Hochschule im Land Brandenburg, es trotz Druck des Asta, einiger Mitarbeiter und der Gruppe UniSolar immer noch nicht geschafft hat ein zentrales Umweltmanagementsystem zu etablieren, zeigt wie wichtig der Impuls von unten nach oben ist. Der Diskurs zwischen Uni und Studenten ermöglicht, dass Themen der Nachhaltigkeit nicht theoretisch bleiben, sondern auch praktisch umgesetzt werden. Gerade eine so große Einrichtung wie die Uni hat auch in der Region eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Solange der Strom der Uni Potsdam also noch zum größten Teil aus konventionellen Quellen bezogen wird,trägt UniSolar die Idee der alternativen Energieversorgung schon einmal nach außen. So hat aktuell ein Mitglied der Gruppe ein Energie- und Bildungskonzept für das freiLand in Potsdam erarbeitet. Darin wurden Ansätze zur Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien identifiziert und diskutiert, wie man die Themen Klima- und Ressourcengerechtigkeit in das Bildungskonzept des freiLand einarbeiten kann. Theoretisch, praktisch und interdisziplinär - so bildet man fähige Multiplikatoren für den öko-sozialen Wandel aus!

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