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Porträt

BBIW#1 // freiLand Potsdam

Coworking Gesellschaft Kultur Soziales

von Jule Breitschlag - 18 August 2016

Aus der Revolte geboren – Freiland Potsdam. Das soziokulturelle Zentrum vereint auf 12. 000 qm Fläche über 46 Projekte: alle(s) selbstorganisiert. Ein Projekthaus für die Generationen X, Y und Z, die das Stadtbild seit nun fünf Jahren gehörig aufgemischen. Dem Mut zum Scheitern verpflichtet, probiert Freiland immer neue Formate aus– von Aktzeichnen bis Antifa-Workshop ist hier Vieles möglich. Solange es jemand macht.

Jugend in Brandenburg: wartet auf die S-Bahn, sortiert sich nach brauner Soße und Antifa, sie will was tun, doch manchmal ist Potsdam so still, so Sanssouci, dann heißt es - wir müssen hier raus. Sie ist jung, die Jugend, und ihr schwant, da geht noch mehr. Zum Glück gibt's Freiland in Potsdam. Denkt sich mittlerweile nicht nur die Jugend, sondern auch der Senioren-Radioclub.

Achim kennt die Gegend. Er weiß um die Tücken und das es verdammt langweilig sein kann in Potsdam. Das wissen auch andere. Klar, ein bisschen was geht immer. Skaten am Alten Markt, Bierchen und bisschen abhängen bei der Olga, Billy Joel auf Dauerschleife. Potsdam ist manchmal einfach zu hübsch.

Was reißen in Potsdam. 2006-2008 machen Achim und ein paar Freunde einen linken Laden in der Innenstadt auf. Spartakus heißt: Rattenpisse, Techno; Dorfjugend bleibt draußen. Schon nach kurzer Zeit droht die Räumung. Soll es das gewesen sein? Nee, es folgt die höchstoffizielle "Ausrufung der Jugendkulturkrise", der Kongress des Chaos hat geladen. Die Potsdamer*innen rebellieren, wollen mehr von der Stadt, wollen einen neuen Ort, wollen "ein bisschen Krach" machen, etwas, das sich im Zweifel lohnt, wenn Verzweiflung droht. Sie haben Erfolg, ernten Support. Statt den Laden zu verlieren, bekommen sie plötzlich ein äußerst attraktives Angebot.

12.000 Quadratmeter Fläche, 5 Häuser. Freiland ist heute eines der größten Kulturzentren Brandenburgs, vereint 46 Projekte, über 250 Ehrenamtliche. Da ist Raum zum Luftlassen, Ausprobieren, Sport machen, Scheitern, Ausrasten, Rummachen, bewusstes Feiern. Der Hintergrund ist basisdemokratisch, auf Konsens und sozio und kulturell und antirassistisch, immer bewegt von dieser Innovationswut, den das Projekt in alle Richtungen hat wachsen lassen.

Jede*r kann hier was in 3D drucken, Workshops geben oder seine Abschlussarbeit über Freiland schreiben. Da ist auch: Theater für Kinder am Montag, Bujinkan Budo Taijutsu für Jugendliche am Freitag, Capoeira für Erwachsene am Dienstag und die Silver Surfers machen Senioren-Radio, während die Biohackers DNA-Schnipsel kleben. Achim ist einer der Köpfe hinter Freiland, seit fünf Jahren aktiv.

Was es noch braucht? Am Besten langfristige Zukunft natürlich, keine 5-Jahres-Verträge. Derzeit wird in Kooperation mit der FH Potsdam mit Wohnraum experimentiert, für Refugees, für alle. Stadtraumgestaltung geht alle an. Und dann wächst auch was an den einst zubetonierten Stellen der Stadt.

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