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Bürger Hand in Hand durch Brandenburg nach Syrien

von Claudia Dube
Themen Gesellschaft Soziales Flüchtlinge
2 Januar 2017

Vom Tempelhofer Feld in Berlin brachen am 26.12. rund 300 Menschen auf, um für Frieden und Hoffnung in der mittlerweile zerstörten syrischen Stadt Aleppo und in dem immer noch schwelenden Konflikt im Rest Syriens zu demonstrieren.

Die Bilder von Zivilisten in Aleppo, die auf die Evakuierung warten, haben wohl die meisten von uns gesehen. Davor sahen wir Bilder von Strömen an Menschen, die sich aus dem eskalierenden Bürgerkrieg in Syrien flüchteten. Ja, die Bilder, die sehen wir alle. Immer. Irgendwo. Gespendet haben bestimmt auch schon einige, ob für hier ankommende Menschen oder für Hilfsorganisation, von denen wir hören, dass sie nicht mal mehr in die stark umkämpfte, größte Stadt Syriens vordringen können. Die Journalistin und Bloggerin Anna Alboth hatte genug von dieser Ohnmacht, dass vom Anschauen eben auch nichts besser wird und beschloss den „civil march for aleppo“ zu organisieren. Frei von politischer Parteinahme soll für den Frieden und für die Humanität der Weg nach Aleppo angetreten werden.

Am 26.12. war es dann soweit. Circa 300 Menschen sind vom Tempelhofer Feld zum Marsch in die nordsyrische Großtadt aufgebrochen, um wenigstens ein Zeichen zu setzen gegen den Krieg in Syrien. In entgegengesetzter Richtung der Flüchtlingsroute wird der Lauf über Tschechien, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Griechenland und die Türkei gehen, bis die Gruppe letztendlich in Aleppo ankommen möchte. Die gesamte Wegstrecke ist für 3, 5 Monate geplant. Sollte das Ziel aus Sicherheitsgründen nicht erreicht werden, versprechen die Organisatoren andere Wege zu finden, um ihre Botschaft den Zivilisten in Aleppo zu überbringen.

Anna Alboth, Teil des Organisationsteams, sei es leid gewesen, zusehen zu müssen, wie die Zivilisten die Stadt weder verlassen konnten, noch Hilfe zu ihnen durchdringen konnte. Sie entschied sich nicht länger nur zu jammern, sondern etwas zu tun. Der Marsch nach Aleppo soll den Menschen Hoffnung vermitteln, dass sie nicht vergessen wurden, dass andere mitfühlen und bereit sind zu helfen. Die Menschen auf der Wegstrecke, mit denen die Aktivisten ins Gespräch kommen möchten, sollen sensibilisiert werden dafür, dass sie etwas tun können und dass Mitgefühl nicht in den Gedanken enden muss. Niemand ist gezwungen die gesamte Strecke zu laufen. Auch ein Tag würde reichen um die Botschaft ein Stück weiter zu tragen.

Friedensmärsche der Vergangenheit haben gezeigt, dass sie ein friedliches, ziviles Mittel darstellen, um Menschen über größere Distanzen zu mobilisieren, eine Sensibilisierung zu schaffen, um letztendlich auch Druck auf politische Entscheidungsträger aufzubauen. Beim weltweiten Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit in 2010 trafen sich laut Medienberichten rund 15. 000 Menschen zur Abschlusskundgebung in Argentinien. Erst im Oktober sind Tausende israelische und palästinensische Frauen unter dem Motto „women wage peace“ durch Israel, Palästina und Jordanien marschiert um ein Zeichen gegen den nicht enden wollenden Konflikt zwischen Israel und Palästina zu setzen.

So ist die Hoffnung groß, dass sich auch dem aktuellen Marsch nach Aleppo mehr und mehr Menschen anschließen werden. Bis zum 3.1.2017 wird sich der Zug noch durch Brandenburg bewegen. Stationen sind unter anderen Mahlow, Zossen, Teupitz, Calau und Ruhland. Noch genug Zeit sich für einen, zwei oder mehr Tage anzuschließen und selbst aktiv zu werden. Die komplette Route gibt es hier.

Titelbild
Autor: Civil March For Aleppo

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