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Von Bienen, Leuchttürmen und der Rettung der Welt

von Marc Schreiber
Themen Bildung Klimaschutz
16 April 2018

Leuchtturmprojekte in den Regionen Potsdam-Mittelmark, Uckermark/Oberhavel und Prignitz-Ruppin sollen mit Hilfe von BieNe 3 auf den Weg gebracht werden, um an sich weiter wachsen zu können und eine Vorbildfunktion für andere Regionen zu erfüllen. Was es mit dieser Biene auf sich sich hat und warum sie schon die dritte ihrer Art ist, lest ihr hier.

Wie retten wir die Welt? Die UNO wählte als ein wichtiges Instrument, um retten zu können, die Bildung, um genauer zu sein, das Konzept der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). In der ausgerufenen BNE-Dekade von 2005-2014 wurde global versucht, BNE flächendeckend zu etablieren. BNE als eine Möglichkeit, den notwendigen Verhaltenswandel einzuführen. Eben keine „Reförmchen“, sondern wirklicher Wandel, von Grund auf. Die Bildung und ihre Möglichkeiten mal ernst nehmen, mal ausschöpfen wollen, mal der Konkurrenz, dem Leistungsprinzip und der Gewinnmaximierung etwas entgegen stellen – und alles mehr oder weniger unterstützt vom Staat. Ein kleines trojanisches Pferd.

Aber wie anstellen in einer Welt, in der Bildung dem Leistungsprinzip untergeordnet ist und als Vorstufe des Jobs angesehen wird? Diese Frage stellten wir uns auch in der LAG. Die LAG, eigentlich Landesarbeitsgemeinschaft für politisch-kulturelle Bildung in Brandenburg e.V., ist eine Art Lobbyorganisation für kleine, mittlere und größere Vereine und Institutionen, die in Brandenburg außerschulische Bildungsarbeit machen, v.a. für Erwachsene. Wie bekommen wir BNE ins Land, in dieses Flächenland Brandenburg, fragten wir uns also? Vernetzung? Klar, Vernetzung ist immer gut. Die Kräfte, die, bewußt oder unbewußt, schon am Thema arbeiten, identifizieren und bündeln. Das war unser erstes, bewußt mit „BNE“ überschriebenes Projekt. Nach diesem kannten wir Akteure, die im „BNE-Feld“ unterwegs waren und konnten weitere Mitgliedsorganisationen mobilisieren, das Thema mitzutragen.

Dann kam Phase „Zwei“: BNE in die Fläche bringen.

Das BieNE-Projekt war geboren – Bildung engagiert für Nachhaltige Entwicklung. In BieNE 1 und 2 veranstalteten Mitgliedsorganisationen zusammen mit uns ca. 50 niedrigschwellige Bildungsveranstaltungen. Da wurde dann Waschmittel aus heimischen Pflanzen hergestellt, wurden Lastenräder aus „Schrott“ zusammengebastelt und Zusammenhänge zwischen Klimaveränderung und Flüchtlingsbewegungen aufgezeigt. Wir erreichten in mehreren Landkreisen zusammen fast 1000 Menschen mit den Veranstaltungen. Unsere Netzwerkbildung sowie unsere Bildungsaktivitäten wurden als modellhaft angesehen, so daß wir von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Bundesministerium für Bildung 2016 anerkannt wurden als „Netzwerk mit Auszeichnung“.

Seit November letzten Jahres nun läuft BieNE 3. Diesmal versuchen wir etwas anderes. Der Fokus liegt nicht auf Bildungsveranstaltungen. Das Zentrum bilden sogenannte „Leuchtturmprojekte“. In drei Regionen (Potsdam-Mittelmark, Uckermark/Oberhavel, Prognitz/Ostprignitz-Ruppin) versuchen unsere Kooperationspartner Stattwerke e.V., Brandenburg 21 e.V. sowie Projekthaus e.V./das Kooperativ e.V. gemeinsam mit uns pro Region zwei Leuchtturmprojekte zu initiieren. Also Projekte, die das Potenzial haben, regionale und vielleicht sogar überregionale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Projekte, die sich eignen, anderen Regionen ein Beispiel zu geben wie in bestimmten Bereichen Fortschritte für die BNE-Arbeit und letztlich Fortschritte für die Etablierung von Prozessen nachhaltiger Entwicklung erreicht werden können.

Derzeit arbeiten wir daran, den Grundstein für einen Brandenburger Ernährungsrat zu legen und für ein Agroforstareal. Wir versuchen Schulen die Idee von Schuläckern schmackhaft zu machen und wollen eine mobile Wandel-Werkstatt etablieren, in der sich Laien, Profis und Engagierte eines bestimmten Gebietes treffen, um sich gegenseitig zu informieren und voneinander zu lernen wie gemeinschaftliche Versorgungsstrukturen aufgebaut werden können. Und wir bemühen uns, Dorfvorsteher und Bürgermeister für die bevorstehenden Herausforderungen zu sensibilisieren sowie ein BNE-Fest auf den Weg zu bringen.

Im Rahmen von BieNE 3 werden wir diese Projekte „nur“ anschieben, denn sie sollen weiterwachsen und immer größere Kreise ziehen. Dabei kommen wir aber auch mit BieNE 3 unserem großen Ziel immer näher – der Etablierung weiterer nachhaltiger Bildungslandschaften in Brandenburg, die möglichst viele Akteure einer Kommune, einer Region einbeziehen, miteinander vernetzen und dazu anregen, gemeinsam die Zukunft im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu gestalten, um derart zur Rettung der Welt beizutragen.

Titelbild
Autor: Simone Ahrend, sah-photo

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