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Porträt

BBIW#20 // grünholzwerk

Bildung Handwerk DIY

von Claudia Dube - 4 Januar 2017

Vincek Sykora macht Möbel aus frisch geschlagenem Holz. Für ihn ist das nicht nur eine Rückbesinnung auf ein traditionelles Handwerk, sondern auch immer wieder erstaunlich, wie einfach sich doch gute Möbel bauen lassen. So lädt er jeden gern auch ein dieses Handwerk mit ihm zu entdecken.

Ein altes Handwerk neu entdeckt hat Vincek Sykora vom grünholzwerk in Zernitz-Lohm am östlichsten Zipfel der Ostprignitz. Zurück zu den Wurzeln ging es für ihn aber nicht nur handwerklich. So hatte er als erste Ausbildung die der klassischen Tischlerei gemacht, um danach ein Studium zum Grafik-Designer zu absolvieren, um nun also schlussendlich mit dem sehr archaischen Handwerk der Grünholzbearbeitung wieder nach Hause zu kommen.

Das Handwerk hat ihm in seiner Zeit als Grafik-Designer dennoch gefehlt, nur hat es ihm an den organisatorischen Möglichkeiten gefehlt. So braucht man für die klassische Tischlerei eine Werkbank, geeignete Sägen, entsprechende Übung dazu und vor allem jede Menge Muskelkraft. Dafür hatte Vincek weder den Platz, noch die rechte Freude daran. Als er mit dem Buch des Briten Mike Abbott zur Grünholzbearbeitung in Kontakt kam und so mit dem ihm bis dato unbekannten Handwerk, war die Leidenschaft zum Basteln und Bauen wieder angefacht.

Bei der Grünholzbearbeitung wird das frisch geschlagene Holz vor allen Dingen mit einem Zugmesser bearbeitet. Das Holz ist noch nass, so dass es sich einfacher bearbeiten lässt. Eben deswegen ist es ein altes Handwerk, denn früher standen weder große Maschinen, noch Energie in großen Mengen zur Verfügung, Arbeit musste möglichst energieeffizient erledigt werden. Die Rückkehr zu einem alten Handwerk birgt immer auch die Möglichkeit zur Entschleunigung und zur Rückbesinnung auf einfache, natürliche Prozesse. Das frische, noch feuchte Holz sei dabei ein guter Lehrmeister, da man sich nicht unnötig anstrengen müsse, um zu befriedigenden Ergebnissen zu kommen.

So hat sich Vincek seine erste Ziehbank aus einer Esche selbst gebaut und benötigt seitdem nicht sehr viel mehr als ein Ziehmesser, eine Säge und ebendiese Bank. So bietet er heute zum Beispiel eintägige Kurse an, in denen man probieren kann, wie man mit den Werkzeugen umgeht oder zweitägige Kurse zum Bau eines Hockers bis hin zu sechstägigen Kursen zum Bau eines Stuhls mit Rückenlehne. Die Abende kann man dann in Vinceks Garten gemütlich am Lagerfeuer ausklingen lassen. Entschleunigung at its finest.

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