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Panketal blüht auf

In der Gemeinde Panketal nördlich von Berlin tut sich seit einem Jahr einiges bei der Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen. Die Stadt hat Insektenweiden angelegt sowie die Bewirtschaftung angepasst und die Einwohner*innen bekommen ebenfalls die Möglichkeit, sich im Insektenschutz einzubringen und aktiv zu werden.

von Anika Lemm
Themen Öffentlicher Raum Bildung Umweltschutz
30 April 2020

Panketal ist eine kleine Gemeinde am südlichen Zipfel des Landkreises Barnim, im Süden grenzt es an Berlin und gleich um die Ecke befindet sich der Naturpark Barnim. Wir waren bereits einmal zu Gast beim Verein Robert-Koch-Park e.V., der sich um die Pflege des gleichnamigen Parkes kümmert. Die Gemeinde ist geprägt von Einfamilienhausbebauung, sodass es durch die hauseigenen Gärten schon eine Menge vielfältiges Grün gibt. Oder ist da noch Luft nach oben?

Seit vergangenem Jahr ist Panketal Mitglied der Kommunen für biologische Vielfalt. Wichtigstes Ziel des Bündnisses ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, besonders im städtischen Raum. Im Zuge dessen wurden einige Grünfläche zu Bienenweiden umgestaltet - das ist auch auf Wunsch der Bürger*innen hin geschehen, die an die Verwaltung herangetreten waren. „Die Bürger*innen fragten nach, ob man das Straßenbegleitgrün nicht umgestalten könnte“, erzählt Lucy Fotschki, Verantwortliche für Grünflächen der Gemeinde. Daraufhin hat die Gemeinde 10 Flächen insektenfreundlich gestaltet, indem eine entsprechende Saatgutmischung mit Wildkräutern ausgebracht und das Mahdregime so verändert wurde, dass nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Es sind auch einige Insektenhotels errichtet worden.

Den Bürger*innen wird auch die Möglichkeit gegeben, selbst im Insektenschutz aktiv zu werden. Privatpersonen können auf den städtischen Flächen rund um ihre eigenen Grundstücke eigenhändig Insektenweiden anlegen. „Die Menschen hatten große Lust darauf und kümmern sich auch selbst um die Flächen“, berichtet Lucy Fotschki. Um das Ergebnis für die Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen, wurde ein Schild erstellt, das sich die Bürger*innen von der Gemeinde abholen und die aufgewerteten Fläche damit kennzeichnen können. Damit wird das Projekt innerhalb der Gemeinde bekannter und verfehlt seine Wirkung auf Skeptiker hoffentlich nicht, von denen einige die Wiesen als unordentlich und unaufgeräumt empfänden, berichtet sie weiter. Im allgemeinen ist die Initiative jedoch sehr beliebt in der Kommune und gewinnt nach einem etwas schleppenden Start immer weiter an Zuspruch.

„Für dieses Jahr hatten wir noch einiges geplant, das liegt jetzt aber aufgrund der Coronakrise erst einmal auf Eis“, erzählt Lucy Fotschki. Trotz des Aufschubs wird die Entwicklung in diesem oder im kommenden Jahr auf jeden Fall weiter gehen, um die Kommune noch insektenfreundlicher zu gestalten.

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