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Werder setzt ein Zeichen

Während in Chemnitz die Rechtsextremisten aufmarschieren, findet in Brandenburg die „Aktionswoche Weltoffenes Werder“ statt und sendet ein klares Signal: für Weltoffenheit, Demokratie und Solidarität.

von J.A. T.
Themen Gesellschaft Flüchtlinge
3 September 2018

An die Zivilgesellschaft richtet sich die Aktionswoche in Werder. Sie soll aufwecken und dazu aufrufen, tätig zu werden. Es reicht nicht mehr „gegen rechts“ zu sein, es ist wichtig etwas „gegen rechts“ zu unternehmen. Denn während die breite Masse in Deutschland zwar für ein friedliches, solidarisches und demokratisches Deutschland steht, fehlt ihr bislang die Energie, diese Werte zu verteidigen und mutig im öffentlichen Raum zu vertreten. Noch, so bilden wir uns ein, gibt es ja nur wenige radikale Nationalisten, um die sich der Staat schon kümmern wird. Aber es sind die kleinen Veränderungen, die sich langsam einschleichen und plötzlich so erschreckende Dinge wie eine AfD im Bundestag möglich machen.

In Werder treiben neue Rechte und Neonazis ihr Unwesen und die Stadt beherrbergt den Sitz des rechten und verschwörungsideologischen Compact Magazins. Eine Tatsache, die die Werderaner und ihre Bürgermeisterin Manuela Saß nicht hinnehmen wollen.
Im September 2017 fand deshalb erstmals ein Konzert gegen Rassismus in der Heilig-Geist-Kirche in Werder statt. Daraus ist die diesjährige Aktionswoche entstanden, die neben Konzerten, mit einer Ausstellung zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“, einer musikalischen Lesung rund um den Friedensaktivisten Erich Mühsam, Filmen gegen Rassismus, Homophobie und Nationalismus, sowie mit Workshops, Bürgerdialogen und Führungen zum Thema aufwartet.

In ihrem Grußwort zur Aktionswoche setzt sich Bürgermeisterin Saß genauer mit dem Begriff der Weltoffenheit auseinander: Er impliziere eine Entbundenheit des Menschen von organischen Zwängen und seiner unmittelbaren Umwelt, mit seiner Öffnung hin zu einer von ihm selbst hervorgebrachten kulturellen Welt (Quelle: Wikipedia). Die komplizierte Definition beschreibt nichts anderes, als die Möglichkeit der freien kulturellen Entwicklung eines jeden, unabhängig von seiner Umwelt. Weltoffenheit steht für Freiheit und Unabhängigkeit, Neugier, Interesse, die Fähigkeit, Erlebtes unterschiedlich und in einem großen Zusammenhang zu bewerten und die Möglichkeit, das eigene Verhalten anzupassen und zu verändern. Welche Kultur haben Rechtsextremisten dem entgegenzusetzen? Beständige Angst vor dem Unbekannten, Menschenhass, Flucht in die vermeintliche Sicherheit stupide wiederholter Parolen und einseitige Rollenbilder. Und das unter der Prämisse, keine Verantwortung für das eigene Leben übernehmen zu müssen, indem anderen die Schuld an der eigenen Unsicherheit und Fehlbarkeit gegeben wird. Welcher lebensbejahende Mensch würde da nicht das weltoffene Werder wählen!

Mehr Informationen rund um das Programm gibt es auf: www.weltoffenes-werder.de

Titelbild
Bildunterschrift: Konzert gegen Rassismus 2017
Urheber: Patrick Ley
Lizenz: Aktionswoche Weltoffenes Werder

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