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Holla die Hoffest!

von Sunna Kovanen
Themen Landwirtschaft Lebensmittel und Ernährung SoLaWi
27 Oktober 2016

Am Samstag den 17.9.2016 feierte der SoLaWi Hof Basta im nordöstlichen Brandenburg seine Jahresernte beim „Holla die Hoffest“. Das Fest ist dieses Jahr als Zusammenarbeit zwischen dem SoLaWi und einem kleinen Holla!-Festival entstanden. Ein schöner Abend mit 50 Leuten, Musik, Zirkus und gutem Essen auf dem dekorierten Hofgelände. Besonders schön war es, dass Basta dieses Jahr ganz schnell und trotz etwas Unsicherheit und schwierigen Entscheidungsprozessen, gewachsen ist. Beim Holla! konnten wir es feiern, dass das Projekt sich trotz Herausforderungen nicht aufgegeben hatte, sondern durch den wachsenden Freundeskreis des Hofs auch zu mehr Vielfalt und besserer Selbstorganisation gelangt ist.

„Es sollte eine ganz kleine Party wegen des schlechten Wetters werden“, meinte jemanden die Woche vorher. Bei Werbig, 70 km östlich vom regnerischen Berlin, kamen wir bei Sonnenschein an. Die Festivalbühne stand schon fertig aufgebaut im altem Stallgebäude. Dieses teilte sie sich mit dem Küchenpavillion von „Food for Action“, der weiter vorne im Stall platziert war. Die Suppe war warm und der DJ spielte an der Bar, neben improvisierten Sitzplätzen und Lagerfeuer. Gegenüber bildeten Bauwagen, alte LKWs und zwischendurch kreisende TurmradfahrerInnen einen schicken industriellen Hintergrund im Abendlicht.

„Ja das war alles so unglaublich schnell und locker organisiert. Wir mussten den Stall da für die Bühne von den alten Türen und allem anderen Schrott befreien, was man einfach wegschmeißen sollte. Das Holla-Team hat stattdessen von allem begeistert gewirkt und jetzt werden die schon als Beine der Theke oder als Bühnendeko oder was weiß ich benutzt.“ meinte Judith, eine der fünf BäuerInnen bei Basta.

Früher ist Holla! als ein kleines selbstorganisiertes Freundeskreisfestival auf einer Autobahnbrücke in einem unbekannten Ort in Brandenburg organisiert gewesen. Die Brücke soll während des Krieges gebaut worden und nachher unbenutzt stehen geblieben sein, erzählte Robert, einer der Musiker. Weil der Ort dieses Jahr nicht mehr für die Party offen war, ist das Festival durch seinen weiten Freundeskreis stattdessen beim Basta gelandet.

Den Abend über hörten wir mehrere DJ-Shows und „Country in der Scheune, wo er hin gehört“, sahen Pantomime und Luftakrobatik im herbstdunklen Wald und natürlich tanzten die letzten bis sechs Uhr morgens. Sonntagmorgen hat Food for Action uns einen großen Brunch vorbereitet, so dass wir gut gestärkt waren, um noch einen kleinen Berg von Kartoffeln zu sortieren, zu wiegen und in Säcken einzupacken. Ein anderer Teil der Gruppe lief die Dorfwege ab, um Äpfel von Streuobstbäume zu sammeln.

In Plenen im Laufe des Jahres wurde manchmal die Angst davor ausgedrückt, dass die gegenseitige Vertrautheit, Verantwortung und basisdemokratische Entscheidungsstrukturen durch das Wachstum verloren gehen. Ernteanteile gibt es jetzt ungefähr 150 und von den dahinterstehenden Mitgliedern ist natürlich nur ein kleiner Teil zum Feiern gekommen. Es waren trotzdem fast doppelt so viele wie im letzten Jahr und diesmal aus unterschiedlichen Freundeskreisen, die fast alle auch mitorganisiert oder geholfen haben. In der Stadt sind auch neue Arbeitsgruppen und Abholstationen aktiv. Sie alle sind noch am Anfang des Kennenlernens und Organisierens in der größeren Gruppe, aber die Wichtigkeit des Projekts ist allen wieder stärker bewusst geworden. Auch wenn nicht alles immer ideal läuft, macht es auf jeden Fall viel Spaß mitzumachen, sowohl beim Feiern als auch beim Arbeiten mit den Händen in der Erde.

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